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Zur Geschichte

Die Siedlungsgeschichte unseres Lebensraumes kann bis in vor- und frühgeschichtliche Zeit zurückverfolgt werden. Zahlreiche Bodenfunde verdeutlichen das Ausmaß der Siedlungstätigkeit und den Grad der kulturellen Entwicklung. Namentlich Bodenfunde aus der Kelten- und Römerzeit weisen auf Siedlungen größeren Umfangs hin.

Die Ortschaft Kirchdorf a. Inn ist mit dem Bau der heutigen Kirche im Jahre 1507 zu ihrem Namen gekommen und war vor jener Zeit Teil des jetzt noch bestehenden Dorfes "Machendorf", das schon Anfang des 9. Jahrhunderts n. Chr. in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt wurde. Der damalige Ortsname war "Mochundorf". Es wird angenommen, daß jenes Dorf nach dem Sittenältesten mit dem Personennamen "Macho" benannt worden ist. Vermutlich geht es auf die Landnahme durch die Bojer um 550 zurück.

Über lange Zeit hinweg waren die Herren von Seibersdorf, ursprünglich "Seifriedsdorf" genannt, Grundherrn im Ort. Sie besaßen rund um die Ortschaft Seibersdorf, wo sie auch ihren Sitz hatten, ansehnliche Besitzungen und Grundherrschaften. Sie sind urkundlich nachweisbar vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Um 1140 erschienen "Diemarus" und "Rouperth de Sifridestorf" als Siegelzeugen. Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Seibersdorfer ging der Besitz an die Offenheimer über, für die der Sitz Seibersdorf im Jahre 1544 vom bayerischen Herzog zur Hofmark erhoben wurde. Sie besaßen das Schloß bis zu ihrem Aussterben.
Zum Seibersdorfer Schloss ist folgendes bekannt: Ein hochmittelalterlicher Vorgaengerbau des heutigen Schlosses bestand vermutlich seit dem 12. Jahrhundert. In der ersten Haelfte des 16. Jahrhunderts wurde dann, zeitgleich mit dem Besitzuebergang des Schlosses von den Seibersdorfern auf die Offenheimer, das heute noch nahezu vollstaendig erhaltene neuere und groessere Schloss errichtet. Ende des 20. Jahrhunderts hatte das Schloss dann das Glueck, in die Hände eines Privatbesitzers zu kommen, der mit Millionenaufwand und viel Liebe und Zeit die im 19. Jahrhundert erfolgten Ein- und Umbauten groesstenteils wieder rueckgaengig gemacht hat und die urspruengliche Raumstruktur und das aeussere Erscheinungsbild des Schlosses weitgehend wiederhergestellt hat.

Im Jahre 1818 wurde die Gemeinde Kirchdorf a. Inn aus der Obmannschaft Kirchdorf und den Hofmarken Ritzing und Seibersdorf gebildet. Das Wappen der Gemeinde wird nach dem der Herren von Seiberdorf verwendet. 1939 hatte die Gemeinde 1835 Einwohner.
Heute ist Kirchdorf a. Inn eine aufwärtsstrebende Wohngemeinde mit guter Verkehrsanbindung und Infrastruktur. Aufgrund der vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten bietet die Gemeinde seinen Gästen und seinen mehr als 5000 Einwohnern einen hohen Wohn- und Erholungswert.

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt - Spätgotische Anlage um 1500, Erbauer H. Wechselberger, Burghausen, 1736 wurde der Turm neu aufgebaut. Stattlicher Hochaltar von 1689
  • Dorfplatz Ritzing - Bereits 1180 ist Ritzing in den Urkunden des Klosters in Asbach als Edelsitz nachzuweisen. Aus 1721 ist eine bildliche Darstellung des ehemaligen Herrensitzes zu Ritzing erhalten. Der Dorfplatz wurde im Rahmen der Dorfsanierung neu gestaltet.
  • Kapelle St. Nepomuk - Altar - Rokokobau, 1786
  • Filialkirche St. Jakobus d.Ä. - spätgotischer Bau aus Nagelfluhquardern, 1471, Turm 1646 erneuert, mit Ausstattung, Friedhofsmauer mit Kalktuff
  • Schloß Ritzing - Ehem. Hofmarkschloß, unverputzter Tuffquaderbau, im Kern hochmittelalterlich
  • Kapelle St. Nepomuk - Rokokobau, 1786
  • Schloß Seibersdorf - Ehem. Hofmarkschloß, jetzt Wohnhaus, im Erdgeschoß noch Reste des alten Baubestands aus dem 16. Jh.